Eine Ausbildung dient also nicht nur dem Erwerb von Fachwissen. Sie ist auch eine wichtige Orientierungsphase, in der junge Menschen herausfinden können, welche Aufgaben sie motivieren und welche weniger zu ihnen passen.
Valencia-Praktikum als Mut-Booster
Ein besonderes Kapitel in Leonies Ausbildungszeit war ein vierwöchiges Erasmus-Praktikum in Valencia. Für Leonie bedeutete die Reise weit mehr als nur einen Ortswechsel. Zum ersten Mal war sie über einen längeren Zeitraum allein im Ausland unterwegs, in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprach und dessen Kultur sie nur aus dem Urlaub kannte.
Die Erfahrung habe sie selbstbewusster gemacht und ihr gezeigt, dass man vor neuen Herausforderungen keine Angst haben müsse. Auch ohne perfekte Sprachkenntnisse könne man Lösungen finden, Unterstützung erhalten und wertvolle Erfahrungen sammeln. Besonders junge Menschen profitieren von solchen Auslandserfahrungen. Sie stärken nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern fördern Eigenständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Selbstvertrauen. Eigenschaften, die auch im späteren Berufsleben von großem Nutzen sind.
Verkürzte Ausbildung für einen schnelleren Berufseinstieg
Nach ihrem Auslandsaufenthalt eröffnete sich für Leonie eine neue Perspektive. Noch während ihrer Ausbildung erhielt sie die Möglichkeit, anschließend als Personalreferentin bei People & Culture einzusteigen. Zusätzlich konnte sie ihre Ausbildungszeit wegen sehr guter Leistungen verkürzen und damit schneller ins Berufsleben starten.
Aus Azubi wird Ausbilderin
Besonders spannend wird es, wenn sich die Perspektive verändert. Nur kurze Zeit nach ihrer eigenen Ausbildung entschied sich Leonie dafür, selbst die Ausbildereignungsprüfung abzulegen — ein persönlicher Wunsch, um sich weiterzuentwickeln.
In der Vorbereitung lernte sie verschiedene pädagogische Methoden kennen und bekam Einblicke in die professionelle Wissensvermittlung. Viele dieser Konzepte nehme man als Auszubildende gar nicht bewusst wahr. Erst wenn man selbst auf der anderen Seite stehe, bekomme man einen Eindruck, wie viel Planung und Methodik hinter einer guten Ausbildung stecken.
Mit gerade einmal 20 Jahren übernimmt Leonie ab September 2026 nun Verantwortung für ihren ersten eigenen Auszubildenden zum Industriekaufmann. Eine Aufgabe, die sie mit Respekt, aber auch mit großer Vorfreude angeht.
Feedback, Vertrauen und Fehlerkultur
Was macht eine gute Ausbilderin aus? Für Leonie stehen dabei vor allem drei Dinge im Mittelpunkt: Vertrauen, Offenheit und regelmäßiges Feedback. Aus ihrer eigenen Ausbildungszeit hat sie vor allem die positive Zusammenarbeit mit ihrer Ausbilderin in Erinnerung behalten. Dieses Verständnis füreinander möchte sie nun an die nächste Generation weitergeben. Besonders wichtig ist ihr regelmäßiges Feedback an den Azubi. So sollen Auszubildende jederzeit wissen, wo sie stehen, was bereits gut läuft und an welchen Punkten sie sich noch weiterentwickeln können.
Ebenso wichtig ist ihr der konstruktive Umgang mit Fehlern. Fehler seien kein Zeichen von Schwäche, sondern ein natürlicher Bestandteil jedes Lernprozesses. Statt Schuldige zu suchen, gehe es darum, gemeinsam Lösungen zu finden und aus Erfahrungen zu lernen — für eine offene und erfolgreiche Ausbildungsatmosphäre.
Mutiger in die Zukunft
Zum Ende der Folge blickt Leonie noch einmal auf ihre eigene Ausbildungszeit zurück. Welchen Rat würde sie ihrem früheren Ich geben? Ihre Antwort fällt überraschend einfach aus: Weniger Sorgen machen. Nicht jede Entscheidung müsse perfekt sein. Niemand habe zu Beginn seines Berufslebens bereits alle Antworten. Viel wichtiger sei es, offen für neue Erfahrungen zu bleiben, Chancen zu nutzen und darauf zu vertrauen, dass sich viele Dinge erst im Laufe der Zeit entwickeln.