Pfullendorf, 18. März 2024 — Jeder Schaltschrank wird individuell konstruiert. Der Konstrukteur legt die Abmaße, Materialien und Komponenten fest, die für den Bau des Schranks benötigt werden. Nach der Abnahme durch den Auftraggeber beschaffen wir das erforderliche Material, z. B. Gehäuse, Schienen, Verdrahtungen, Sicherungen, Schalter und andere elektrische Komponenten.
Ausgestattet mit Schaltplan und Stücklisten weist Ausbildungsleiter Manuel Schuler die ESCAD-Azubis in die ersten Schritte zum Aufbau eines Schaltschranks ein: „Unsere Azubis sollen so viel wie möglich selber machen können. Denn nur wer sich ausprobiert, kann Fehler machen, und nur wer Fehler macht, wird daraus lernen und besser werden.“
Anhand der Stückliste hat Ausbilder Manuel einen passenden Schaltschrank für die Azubis ausgewählt. Los geht es mit Zuschnitt und Montage. Die Gehäuseteile des Schaltschranks werden zugeschnitten und montiert. Dazu gehört das Bohren und Fräsen von Löchern und Ausschnitten für Schalter und Steckdosen sowie das Anbringen von Montageplatten und Schienen für die elektrischen Komponenten.
Nachdem die Gehäuseteile montiert sind, werden die elektrischen Komponenten verdrahtet und verkabelt. Dies umfasst das Anschließen von Schaltern, Steckdosen, Sicherungen, Relais, Steuerungen und anderen Komponenten. Zudem werden Kabelhalter gesetzt. Alle Bauteile und Leitungen werden beschriftet — mit Wickeletiketten und Einzeladerbeschriftung. Auch die Netzteile werden angeschlossen (Zuleitung + 24V), Spannungsregler überbrückt, Sicherungen, Batterien und Erdungen angeschlossen. Während aller Schritte ist Ausbildungsleiter Manuel immer greifbar für seine Azubis — um Neues von vorneherein richtig zu vermitteln und aufkommende Fragen zu beantworten.
Nachdem der Schaltschrank verkabelt ist, werden alle elektrischen Verbindungen getestet, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktionieren. Dies beinhaltet die Überprüfung der Spannung, Stromstärke und Kontinuität der Verbindungen. Nachdem alle Tests abgeschlossen sind und der Schaltschrank ordnungsgemäß funktioniert, wird er fertiggestellt und verpackt, um an den Kunden geliefert zu werden.
Ausbildungsleiter Manuel Schuler ist zufrieden mit seinen Schützlingen: „Sie haben sich bei dem Projekt super geschlagen. Auf den Schaltplan waren sie bereits eingelernt. Dort standen Querschnitte der Drähte von 0,5mm² — 16mm² und die Azubis konnten somit verschiedene Querschnitte konfektionieren. Auch komplette Kabel waren mit dabei. Das hat ein bisschen für Verwirrung gesorgt. Mit dem Ergebnis bin ich trotzdem hochzufrieden.“
Und auch die beiden Auszubildenden zum Elektroniker für Betriebstechnik, Yunus und Liam konnten eine Menge mitnehmen. „Die Zusammenarbeit mit meinem Azubi-Kollegen hat super geklappt“, sagt Yunus. „Ich habe viel Neues über Netzteile gelernt. Aber am meisten Spaß hat mir das Verdrahten des Schaltschranks gemacht.“ Ähnlich sieht das auch Liam. Er habe vor allem viele Kleinigkeiten in seinen Arbeitsabläufen verbessern können. „Ich glaube, dass mir der Arbeitsalltag noch mehr Routine geben wird, z. B. beim Konfektionieren von Kabeln. Besonders viel Spaß gemacht hat mir persönlich der Projektteil, in dem wir die Schränke zusammengebaut und mechanisch bearbeitet haben.“